Ob jahrelange Erfahrung oder Neueinsteiger, Justierung ist das A und O im DJ Bereich. Selbst Profis kommen um Probleme der Justierung nicht herum.
Und da nicht jedes Tonabnehmersystem und jeder Plattenspieler identisch ist, bedarf es bei jedem Plattenspieler und jedem System einer eigenen Justierung. Natürlich beschreiben viele Hersteller in Anleitungen wie man vorgehen sollte, aber zum einen sind das Richtangaben und zum anderen wird immer nur entweder System oder Plattenspieler beschrieben, nie jedoch wie System A mit Plattenspieler B oder C eingestellt werden muss.

Also heißt es entweder Erfahrung oder Testen.

Fehler bei der Justierung

Die drei tödlichen Fehler die aus einer Nadel eine Vinylfräse machen und somit Nadel- und Vinyllebensdauer drastisch kürzen, sind:

1. zuviel Gewicht auf der Nadel
2. System schräg montiert
3. Tonarm falsch justiert

Daher gilt es, Zeit und Geduld sind neben etwas Verständnis für Technik von großem Nutzen um späteren Ärger zu vermeiden.
Auch eine regelmässige Kontrolle des Tonarms ist nicht verkehrt.

Justierung des Tonarms

Allgemeines

Hierzu ist es notwendig das System am Tonarm zu befestigen.
Entweder man benutzt ein „Bananensystem“ (z.B. Ortofon Concorde oder Stanton Groovemaster), welches direkt am ½“-Schraubanschluß des Tonarms befestigt werden kann, oder ich montiere ein Standardsytem auf einem Headshell (z.B. Ortofon OM Pro).

Bei der Headshell Variante muss das System noch mittels 2 Schrauben zusammengebaut werden.
Weiterführend ist ein definierter Abstand der Nadelspitze zur Auflagefläche des Schraubverschlusses einzuhalten. Damit wird gewährleistet, das ein korrekter Überhang der Nadel gegeben ist.
Dies ist leider nicht immer eindeutig in der Anleitung des Plattenspielerherstellers angegeben. Oftmals findet sich aber ein Richtwert, der die hinterste Stellung der Führungsschlitze im Systemträger (Headshell) darstellt.
Bei den „Bananensystemen“ entfällt dies jedoch völlig.

Gegengewicht des Tonarms einstellen

Nach Anbringen des Systems, löst man nun die Tonarmhalterung, stellt das „Anti-Skating“ (mehr dazu später) auf Null und schraubt das Gegengewicht des Tonarms hinten so lange im Uhrzeigersinn nach hinten, bis der Tonarm beim Loslassen völlig frei in der horizontalen schwebt und parallel zur Platte bleibt.
Die ist der „Nullpunkt“.
Nun dreht man den Skalenring am Gegengewicht (Vorsicht! Nur den Skalenring, nicht das eigentliche Gewicht drehen) auf Null. Dies dient lediglich der richtigen Anzeige für sich selbst. Bei jedem System sollte ein kleiner Beipackzettel zu finden sein mit den Angaben zum optimalen Gewichtswert (z.B. 3 Gramm).

Jetzt dreht man das gesamte Gegengewicht inkl. Skalenring langsam gegen den Uhrzeigersinn nach vorne und stellt so das gewünschte Gewicht ein.

"Anti Skating"

Man sagt das die „Anti-Skating“ Einstellung gleich der Gewichtseinstellung am Tonarm sein sollte, also dürfte das Einstellen nicht sonderlich schwer fallen.
„Anti-Skating“ wirkt dem Zug der Nadel nach innen entgegen.

Der allgemein verbreitete Glaube, das viel Gewicht auf der Nadel ein Springen verhindert, ist nur ansatzweise deshalb richtig, da die Nadel so hart in die Rille gepresst wird.
Dadurch ist neben einem Fräseffekt, ein mechanisches Abtasten nicht mehr einwandfrei möglich und führt meißt zu Zerstörung der Nadel und auch Platte.

Der Nadelträger ist ein sehr empfindliches Teilchen mit einer Spule im Inneren, die zwischen Magnete die mechanischen Bewegungen in elektrische Signale umwandelt.
Drückt man die Nadel nun zu tief in die Rille, verhindert man dadurch einen freien und korrekten Bewegungslauf, was sich auf den Sound ausübt.

Im Gegensatz dazu ist zu wenig Gewicht aber auch nicht sonderlich fördernd.
Dies verursacht neben Nadelspringen ebenfalls schlechten Sound und Pegelunterschiede zwischen den Kanälen.

Also am besten an den Herstellerangaben orientieren und nicht zu viel experimentieren.

„Anti-Skating“ wirkt dem Zug der Nadel nach innen entgegen.

Höheneinstellung des Tonarms

Wenn man die Nadel auf die Platte absenkt wird, sollte der Tonarm parallel zur Platte sein.
Sollte dies nicht der Fall sein, muss man durch Absenken oder Anheben dies nachjustieren.

Die richtige Unterlage

Ein Punkt der oftmals vernachlässigt wird aber sehr wichtig für den Klang, das Feedback und auch den Nadellauf ist, ist die Beschaffenheit der Unterlage.

Meist sind vibrierende Tische, schlechte Abschirmungen, ungleiche Plattenfußeinstellungen oder auch zu laute Monitorboxen Grund für eine schlechte Nadelarbeit.

Selbstverständlich bringt aber auch die beste Umgebung nichts wenn der Plattenspieler selbst materiell nichts taugt.
So empfehle ich die Finger von Plattenspielern mit Kunststoffgehäuse zu lassen und lieber zu der massiveren Variante zu greifen.

Fazit

Sollte man alles richtig befolgen, sorgsam mit seinem "Hab und Gut" umgehen, wird man sicher lange und viel Spaß mit seinen Geräten haben.

Stichworte

Ähnliche Seiten

  1. Tonarm justieren
    Von GSJ im Forum DJ-Wiki
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 08.07.2011, 11:22

Berechtigungen

Berechtigungen
  • You may not create new articles
  • You may not edit articles
  • You may not protect articles
  • You may not post comments
  • Anhänge hochladen: Nein
  • You may not edit your comments